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Gerne wird Bad Ems als "Kaiserbad" bezeichnet. Den Rum aus Kaiser Wilhelms Zeiten muss man keineswegs schmälern,
aber der Kurort kann auf eine viel ältere Tradition zurückblicken, Er gehörte sogar zu den wenigen in Deutschland,
die eine ununterbrochene Karriere seit dem Mittelalter als Bad belegen können. Mittelalterliche Badetürme und -häuser
sind zwar nicht mehr erhalten, aber das schlossartige, barocke Kurhaus und das barocke Haus "Zu den vier Türmen"
zeugen noch heute von einer Blütezeit des Ortes - lange bevor sich Wilhelm von Preußen mit seinem Hofstaat auf
den Weh an die Lahn machte.
Die wohl berühmteste Spur hat die "Emser Depesche" in der Kurstadt hinterlassen. Der sogenannte Benedetti-Stein
erinnert an die Geschehnisse zwischen König Wilhelm I., Graf Benedetti und Fürst von Bismarck, die zum
Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 geführt haben.
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Nicht nur Zaren, Kaiser und Könige hatten seinerzeit eine Vorliebe für Bad Ems an der Lahn. Auch Künstler aller
Sparten verweilten und arbeiteten in der Kurstadt. Die Gästeliste reicht von Fedor Dostojewski über Nicolas
Gogol bis hin zu Richard Wagner, der hier seine Oper "Parsifal" fertig stellte. Jacques Offenbach lebte
und arbeitet 12 Jahre als Konzertmeister und führte zahlreiche seiner Werke im "Cursaal" urauf. Auch Teile
von "Orpeus aus der Unterwelt" entstanden hier. Adolf Reichwein und der Universalkünstler Friedensreich
Hundertwasser besuchten ebenfalls den Badeort, fanden Inspiration und Entspannung. Denkmäler, Gedenktafeln
und viel Kunst an den Bauten der Stadt zeugen heute noch von den berühmten Kurgästen.
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Jahrtausende zuvor waren ganz andere Menschen begeistert von der Schönheit des Drei-Flüsse-Ecks: Die Kelten und die Römer.
Sie hinterließen deutlich sichtbare Spuren, z. B. durch den Limes, dessen Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes geplant ist.
So lässt es sich etwa von der Gemeinde Kemmenau aus in den Fußstapfen der alten Römer hinunter ins Lahntal wandern. Die Wachttürme
des ehemaligen römischen Grenzwalls, z. B. in Arzbach, die keltischen Hügelgräber in den Wäldern rund um Becheln, die
zahlreichen Schlösser, Burgen und Kirchen erzählen aus längst vergangenen Zeiten. In Frücht lohnt der Besuch der
neugotischen Grabkapelle des ehemaligen preußischen Ministers Freiherr von und zum Stein. Er war Ideengeber für die
Abschaffung der Leibeigenschaft. Mittelalterliches Flair hingegen erwartet den Besucher in Dausenau, wo es sich nicht
nur über einen schiefen Turm staunen lässt.
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